Kurz nach der Dörfleser Kerwa waren viele Backfeen begeistert von Franziska Schmidts Idee, gemeinsam im Bürgerhaus Blöcher zu backen.
Einige kannten das Backen des Schmalzgebäcks ja schon von Oma oder Mama, zumindest theoretisch und praktisch beim Essen der butterzarten, süßen Röllchen.
Am Freitag, 9. Oktober stellte Franzi viele benötigte Utensilien und alle Zutaten bereit.
Das Rezept gilt in vielen Familien bis heute als gut gehütetes Geheimnis, das Franzi Gottseidank für uns gelüftet hat.
Ab 18 Uhr ging es los:
Besprechung des Rezepts, Austeilen der Zutaten, Kneten des Teigs bis zum Muskelkrampf und dann das Wichtigste: dreimal musste der Teig dünn ausgerollt, gefaltet und wieder ausgerollt werden, bis er in einer verschlossenen Schüssel über Nacht kühl rasten durfte.
Am Samstagfrüh wurde kiloweise gutes Butterschmalz in den Fettpfannen erhitzt.
In der Zwischenzeit walzte jedes Zweierteam mit dem Nudelholz den Teig hauchdünn aus.
Mit Backpapier wurden „Ausradelmuster“ für die Blöchereisen ausgeschnitten. Diese Papiermuster wurden nun auf den Teig gelegt und mit einem „Ausradler“ nachgefahren. Die Teigflecken mussten nun um das Blöchereisen gewickelt werden und an der Nahtstelle vorsichtig mit Eiweiß verklebt werden.
Nun hielt man die Blöchereisen ins Fett und wartete, bis es Blasen gab. Vorsichtig löste man das Blöchla vom Eisen und ließ es noch einige Zeit im Fett schwimmen, bis es hellbraun war.
Danach kam das Blöchla auf ein Abtropfgitter und wurde zum Schluss mit Zimtzucker bestreut.
Nun kommt noch ein bisschen geschichtliches Wissen:
Der Ursprung:
Der Name leitet sich von den „Blöchern“ ab – so nannte man die besonders dicken, wertvollen Baumstämme, die früher im Frankenwald gefällt und von den Flößern flussabwärts transportiert wurden. Die zylinderförmige, hohle Form des Gebäcks soll direkt an diese Baumstämme erinnern.
• Die Tradition:
Früher waren Blöcher ein reines Festtagsgebäck, das wegen der reichhaltigen Zutaten (viele Eier, Butter, Rahm) nur zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Taufen, Erstkommunion oder zur Kirchweih (Kerwa) gebacken wurde. Es gehört traditionell zur „Austragsware“, die nach dem Backen an Verwandte und Nachbarn verteilt wird.
• Das Ritual beim Essen:
Echte Blöcher isst man nicht einfach so: Nach altem Brauch schlägt man mit der Handkante auf die Rolle, sodass sie wie echtes Stammholz der Länge nach zersplittert. Erst dann teilt man sich die süßen, meist in Zimtzucker gewendeten Stücke.
Text: Genussregion Oberfranken, Kerstin Rentsch, Marie-Luise Reif
Bilder: Franziska Schmidt, Albin Reif, Marie-Luise Reif,










